Welpeneltern – Was Dir vorher keiner sagt

Hallo Ihr Lieben,

Inspiriert durch Joanna von Liebesbotschaft dachte ich, ich schreibe auch mal ein paar Worte zum Welpenkauf. Dinge, über die einen vorher wirklich niemand aufklärt.

Natürlich ist ein Welpe anstrengend.

Das sollte jedem klar sein.

Man muss häufig vor die Tür – bei Wind und Wetter versteht sich.

Auch muss man öfters mal Pipi-Pfützen aufputzen – man sollte also auch keine Keim-Phobie haben.

Man sollte nicht ZU sehr an seinem Schönheitsschlaf hängen.

Und auch auf den ewigen Erschöpfungszustand sollte man sich vorbereiten.

 

Was hat sich bei uns mit Daenerys‘ Einzug verändert?

Alles.

Vorher war es bei uns immer recht aufgeräumt. Nicht klinisch steril aber meistens ordentlich. Wäsche habe ich – so gut es ging – sofort weggeräumt.

Bis vorhin türmten sich etwa 10 Maschinen Wäsche in der Küche auf einem Stuhl, da ich alle Hunde-Textilien täglich waschen muss. Und natürlich werden auch was unsere Kleidung angeht etwa zwei Outfits am Tag dreckig.

Ob durch Sabber, weil wir nach dem Essen als Serviette benutzt werden, durch dreckige Pfoten oder dadurch, dass wir im zweiten Stock Altbau wohnen, der Hund mittlerweile knapp 15KG wiegt und wir ihn hoch und runter tragen müssen. Da kann man schon mal leicht ans transpirieren kommen.

Unsere Möbel hatten vorher einen festen Platz. Jetzt stehen sie strategisch klug, sodass der Hund nichts wichtiges (Kabel) anknabbern kann. Denn wenn sie eins tut, ist das knabbern.

Natürlich bekommen wir an den meisten Tagen auch deutlich mehr Bewegung als vorher.

Ich habe immer gerne gebadet, mich geschminkt und meine Nägel lackiert. Meine Nägel habe ich in den 5 Wochen ein mal lackiert. Geschminkt habe ich mich ebenfalls ein mal.

Meine ’schönen‘ Klamotten bleiben im Schrank. Funktionskleidung ist mein bester Freund.

Unsere Hände sind zerbissen (können die Milchzähne bald  mal ausfallen?!) und trocken vom ständigen Waschen und desinfizieren.

Und – wir schlafen nicht sehr viel. Nein, wirklich nicht sehr viel.

Das hört sich jetzt sehr negativ an.

Aber die Wahrheit ist: Unsere Handys quellen über vor lauter Hundefotos. ICloud-Speicher voll, interner Speicher wahrscheinlich bald auch.

Egal ob der Hund süß liegt, sitzt, steht, guckt, atmet, schnarcht, frisst, trinkt, pinkelt oder schläft. Hier wird alles minutiös dokumentiert.

Und natürlich quillt nicht nur das Handy über, sondern, so kitschig es sich anhört, auch das Herz quillt über vor lauter Liebe für dieses kleine störrische, bissige, verschmuste, lustige, süße Rindvieh.

Ich möchte auch an dieser Stelle weder bestätigen, noch dementieren, dass der Hund regelmäßig abgeknutscht wird.

Was ich künftigen Welpeneltern sagen möchte.

Zuerst: Wenn Ihr über die Menschen in Cesar Milans Show auch nur den Kopf schütteln könnt: Glückwunsch, Ihr seid bereit für die Hundeerziehung und braucht Euch auch keine „gut gemeinten Tipps“ von den 10000 Spezialisten anhören, die auch auf einmal Fußball-Trainer sind, wenn Ihre Mannschaft mal wieder verloren hat. Ihr kriegt das so hin! Lasst Euch nicht verunsichern.

Fragt auf keinen Fall in Hundeforen, ob das Futter, das Ihr füttert in Ordnung ist. Ihr werdet zu Barf-Fleisch verarbeitet. Füttert einfach das, womit Euer Hund gut klarzukommen scheint!

Generell: Ihr kennt Euren Welpen am besten.

Macht Euch auf Schlafentzug gefasst. Auch, wenn Euer Welpe nur ein mal die Nacht raus muss, heißt das nicht, dass Ihr Eure acht Stunden Schlaf bekommt. Ihr werdet träumen, dass der Welpe Sachen kaputt macht oder im Bett ist.

Das Wort Privatsphäre könnt Ihr erst mal aus Eurem Vokabular streichen.

Außerdem werdet Ihr manchmal so sauer, frustriert und ausgelaugt sein, dass Ihr den Hund zurück bringen wollt. Vielleicht fragt Ihr Euch auch, was Ihr falsch macht.

In den meisten Fällen macht Ihr nichts falsch. Ihr müsst Euch nur eingrooven.

Wir haben Daeny jetzt seit 5 Wochen und bei uns läuft es alles Andere als rund. Wir hatten mehrere Rückschläge und sie war schwer krank (siehe letzter Post), was uns ihre Stubenreinheit bzw. das lautstarke Melden gekostet hat. Ja, wir sind mehrfach täglich frustriert. Zum Beispiel, wenn der Hund und anbellt und versucht, in unsere Hände zu beißen.

Aber wir wissen mittlerweile, dass sie das nur macht, wenn sie a) Hunger hat oder b) Ihr großes Geschäft erledigen muss aber es selbst noch nicht weiss. Nicht nur der Hund muss lernen.

Ich weiss vom Hund meiner Eltern, bei dem ich jeden verfluchten Samstag Morgen mit in der Hundeschule war, weil der Hund meinem Vater zu peinlich war, dass es lange dauern kann, bis sich erste Erfolge zeigen. Wirklich lange. Aber dieser besagte Hund, ist mittlerweile der liebste und besterzogenste Hund der Welt – naja, das vielleicht nicht aber wir können uns auf besterzogenste Labrador, den ich kenne, einigen.

Ihr wolltet niemals DIESE Art von Hundebesitzern sein.

Und trotzdem hat Euer Welpe mittlerweile einen festen Platz auf dem Sofa, schläft zwischen Euch und er hat seine eigene Bettdecke und sein Kopfkissen.

Ja dann: Herzlich willkommen im Club.

Auf dem Foto seht Ihr Daeny vor Ihrem Hundebett sitzen, das mit einer Bettdecke und einem Nackenstützkissen ausgestattet ist.

Die Fliege trägt sie übrigens nur, weil wir Hochzeits-Danksagungskarten-Fotos gemacht haben.

Vielleicht mögen manche denken, Daeny sei verwöhnt – aber sie ist einfach ein vollwertiges Familienmitglied.

Gut, es gibt Grenzen. Mit am Essenstisch sitzt sie (noch) nicht. 😛

Wird sie auch nicht aber ich finde es persönlich sehr schön, wenn der Hund von alleine Nähe sucht und man ihn nicht dazu nötigen muss.

Manchmal weiss ich nicht, mit wem mein Mann gerade spricht. Mit mir oder dem Hund. Denn scheinbar hat der Hund nun die gleichen Spitznamen wie ich (nicht auf die Namen unten bezogen).

Daeny heißt sie nur im Training oder wenn wir sie freundlich rufen. Daenerys heißt sie meistens, wenn sie eine Verhaltensweise unterlassen soll. :“D

Oft heißt sie Maus, Mausi, Daenyboy (ja, sie ist ein Mädchen), Rübe, alte Rübe, Rindvieh oder Hannibal (Lecter).

Ein Welpe ist wunderbar. Aber ein erwachsener Hund auch.

Ich möchte die Welpen-Zeit nicht missen, denn sie ist toll. Die Momente, in denen man den Hund am liebsten an die Wand klatschen würde, vergisst man sehr schnell wieder. Aber ich bin über jeden Tag, den Daeny altert, dankbar. Denn es wird jeden Tag ein wenig unanstrengender und entspannter.

Ich bin also nicht wehmütig, wenn ich daran denke, dass der kleine 7 Kilo Nugget nun auf die 20 Kilo zugeht. Ich freue mich darauf, mehr mit ihr erleben zu können.

 

Also – lasst Euch nicht verunsichern und habt viel Spaß mit Eurem Familienmitglied!

 

 

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